Subtropisches Klima
In der
Trockenzeit von November bis April herrscht Sonnenschein, die
durchschnittlichen Temperaturen liegen in Meeresnähe bei 24–28 Grad. Im
Landesinneren klettern die Temperaturen oft auf weit über 30 Grad. In den
Wintermonaten bläst häufig der trockene Harmattan aus der Sahara. Dann ist
die Luft mit feinstem Sand durchsetzt, und die Sicht ist stark
eingeschränkt, was vor allem Reisende mit Fotoambitionen ärgert. In der
Regenzeit von Juni bis September steigt die Luftfeuchtigkeit drastisch an,
wodurch die Temperatur noch höher erscheint. In dieser Zeit weht der Wind
meist aus südwestlicher Richtung, was zu kurzem, aber heftigem Monsunregen
führt.
Gesundheit
Vor dem
Kulturschock (nicht zwingend) kommt der Klimaschock. Wer aus Europa
kommend aus dem Flugzeug steigt, hat nicht selten einen
Temperaturunterschied von 40 Grad zu verkraften. Kein Wunder, wenn da der
Kreislauf nicht mitspielt. Auch Schnupfen und Erkältungskrankheiten sind
oft die Folge, viel häufiger übrigens als der gefürchtete Durchfall. Man
sollte deshalb in den ersten Tagen etwas kürzer treten und ausgedehntes
Sonnenbaden sowie längere Exkursionen in den Mittagsstunden tunlichst
unterlassen. Es braucht nicht lange für einen kapitalen Hitzschlag oder
Sonnenstich. Überhaupt ist eine kräftige Konstitution nicht von Nachteil
in Afrika.
Beim
Essen gilt: Alles was geschält, gekocht oder gegrillt wird, kann meist
ohne Bedenken verspeist werden. Zurückhaltung ist dagegen bei Kopfsalat
und Eiswürfeln in Getränken geboten. Dauerthema in Westafrika ist die
Malaria, französisch le paludisme. Europäische Ärzte empfehlen meist eine
Prophylaxe mit Lariam oder ähnliche Präparate mit dem Wirkstoff Mefloquin.
Diese teuren Medikamente sind hoch wirksam, aber leider nicht frei von
(massiven) Nebenwirkungen. Afrikanische Ärzte schütteln über die Impfwut
und Malariaprophylaxen ihrer europäischen Kollegen oft nur den Kopf. Zum
einen, weil 90 Prozent aller Touristen nicht während oder nach der
gefährlichen Regenzeit reisen und dazu noch in klimatisierten Zimmern
nächtigen, zum anderen, weil durch die fortwährende Verabreichung von
starken Medikamenten langfristig resistente Erreger erzeugt werden.
Unsere
Prophylaxe bestand aus einem guten Moskitonetz und dem konsequenten
Einsatz von Mückenschutz, etwa Autan, sowie entsprechender Kleidung. Vor
allem in der Dämmerung und nachts ist die Anophelesmücke aktiv, die den
Erreger der Malaria überträgt. Bei abendlichen Spaziergängen oder beim
Sun-Downer auf der Hotelterrasse sollten deshalb Arme und Beine
vollständig bedeckt sein. Erfahrene Afrikareisende tragen z.B. abends
immer Socken. Denn wer nicht gestochen wird, bekommt auch keine Malaria.
Andererseits: Nicht jeder Stich führt zwangsläufig zu Malaria. Das
eigentlich Gefährliche an dieser Krankheit ist, dass sie in Europa meist
als harmlose Grippe diagnostiziert wird. Wenn Sie sechs Wochen nach der
Rückkehr nicht an Malaria erkrankt sind, ist die Gefahr vorbei. Lassen Sie
sich im Zweifelsfall von Ihrem Hausarzt beraten. Eine Gelbfieberimpfung
ist für Senegal und Gambia nicht mehr vorgeschrieben, hat aber in vielen
Gegenden südlich der Sahara durchaus ihre Berechtigung. Diese Impfung hält
zehn Jahre und ist meist gut verträglich.
Medikamente
Nützliche Medikamente sind Kopfschmerztabletten, ein
Breitband-Antibiotikum, Jod oder besser gleich eine Cortison-Salbe, da
selbst kleine Verletzungen in den Tropen oft nur schwer verheilen, etwas
Verbandszeug, Mittel gegen Durchfall und Verdauungsbeschwerden, reichlich
Insektenspray wie Autan und natürlich Sonnenschutzmittel (mit hohem
Schutzfaktor).
Nützliche Tipps für Individual-Reisende
Absolut
nützlich sind Taschenlampe, Taschenmesser und ein Moskitonetz, über das
nicht alle Hotels verfügen. Denken Sie auch an ein paar Meter Schnur, um
das Netz zu befestigen. Bewährt hat sich auch ein Geldgürtel, der groß
genug für Pass und Ticket ist. Ebenso ein großer Bettbezug, für den Fall,
dass Sie in einer wirklichen Absteige landen oder der örtliche Polizeichef
Ihnen freundlicherweise sein Sofa zur Verfügung stellt, weil es im Dorf
partout keine Übernachtungsmöglichkeit gibt
Begrüßung
Westafrikaner begrüßen sich lange, bei wichtigen Personen dauert dieses
Zeremoniell mitunter Minuten, die Verabschiedung ist dagegen eher
nebensächlich. Auch der Reisende tut gut daran, sich den Gepflogenheiten
ein Stück weit anzupassen. Und dazu gehört in der Regel auch ein
Handschlag. Selbst bei einer einfachen Frage nach dem Weg sollte man sich
immer Zeit zu einer förmlichen Begrüßung nehmen. Alles andere wäre grob
unhöflich. Auf die im Senegal und Gambia allgemein gebräuchliche Begrüßung
salam maleikoum (Friede sei mit Dir), folgt die Erwiderung maleikoumsalam
(mit dir sei Friede). In Wolof sagt man: nanga deff? (Wie geht es?), die
Antwort lautet mangi fi rek (Es geht gut).
Geschenke
Nicht
verkehrt sind kleine Mitbringsel wie Kugelschreiber, Einwegfeuerzeuge,
Schlüsselanhänger, Taschenkalender etc. Darüber freuen sich Menschen,
denen sie etwas näher kommen, mehr, als über ein paar Münzen. Noch ein
Tipp: Kopieren sie für den Fall eines Diebstahls alle wichtigen Papiere
und bewahren sie diese getrennt auf. Und last but not least: Nehmen Sie,
wenn möglich, etwas von Ihrer kostbaren Zeit mit, dem einzigen Gut, über
das der Afrikaner im Überfluss verfügt.
Verkehrsmittel
Senegals gebräuchlichstes Transportmittel ist immer noch das Buschtaxi
(Taxi brousse), in der Regel ein Kombi der Marke Peugeot mit sieben
Sitzplätzen, deshalb auch der Name sept place. Diese mehr oder minder
sicheren Gefährte findet man in jeder größeren Stadt am zentralen
Gareroutière. Was auf den ersten Blick wie das reine Chaos anmutet, ist in
Wirklichkeit perfekt organisiert. Die Preise sind festgesetzt. So kostet
etwa die vierstündige Fahrt von Dakar nach Saint Louisgerade einmal 3000
CFA, umgerechnet weniger als 5 Euro. Größere Gepäckstücke werden
extraberechnet, der einzige Ansatzpunkt für Schummeleien. Der große
Nachteil dieses Transportsystems: Gefahren wird erst, wenn der Wagen
restlos belegt ist – und das kann dauern. Wer die Prozedur verkürzen will,
kauft einfach die vakanten Plätze auf, und schon geht’s los. Das
vergrößert automatisch den Sitzkomfort, den gerade die hinterste Reihe ist
eigentlich viel zu eng für drei Personen. Grundsätzlich gilt: Je früher
man am Gare routière ankommt, desto besser ist die Chance für ein rasches
Weiterkommen. Das Verkehrsmittel der kleinen Leute ist das so genannte „Alham“
(kurz für Al-ham-dulihah), meist weiße Mercedes-Busse aus den 1970er
Jahren. Die Fahrt in den extrem eng bestuhlten Bussen mitminimaler
Beinfreiheit ist nicht sonderlich bequem. Wer Zeit hat und Körperkontakt
nicht scheut, kommt so rund ein Drittel billiger ans Ziel als im
Buschtaxi.
Mietwagen
Mietwagen sind recht teuer. Das beginnt bereits bei der obligatorischen
Kaution, die selten unter 300 Euro liegt. Viele Autovermietungen verlangen
auch eine Vorauszahlung der anzunehmenden Kosten. Zum Tagessatz, der für
einen Kleinwagen bei umgerechnet rund 30 Euro beginnt, kommen nochsaftige
Kilometergelder hinzu, je nach Fahrzeugtyp bis zu 1 Euro/km. Selbst bei
Ausschöpfung aller Rabatte und einer Mietdauer von vier Wochen(!)
summieren sich die Kosten für einen Kleinwagen auf umgerechnet mehr als 25
Euro pro Tag.
Autofahren
Vergessen Sie alles, was sie je über die Straßenverkehrsordnung gelernt
haben, und rechnen Sie jederzeit mit dem Schlimmsten! Denn auch hinterm
Steuer lebt der Afrikaner seinen grenzenlosen Optimismus aus. Das gilt
besonders für jugendliche Mofafahrer. Potenzielle Gefahrenquellen stellen
weniger die hoch betagten, langsamen Schrotkisten dar, als vielmehr die
meist völlig überladenen Lastwagen sowie Chauffeure, die ihre Neuwagen
unter- und die eigenen Fähigkeiten überschätzen. Das belegen unzählige
Wracks, die bis zum Jüngsten Tag an den Nationalstraßen vor sich hin
rosten. Nicht selten hat man den Fahrer gleich neben seinem Wagen
bestattet. Die meisten Unfälle passieren übrigens nachts, was angesichts
der oft desolaten Beleuchtung der Fahrzeuge nicht verwundert. Ein weiteres
Problem für westliche Automobilisten stellt das völlige Fehlen von
Wegweisern dar. Oft hilft nur noch Durchfragen, nachts ein aussichtsloses
Unterfangen. In manchen Fällen kann nur ein Führer helfen.
Währung
Senegal
ist Mitglied der Westafrikanischen Währungsunion, der Communauté
Financieré Africaine (CFA), deren Währung der Franc-CFA ist. Wie schon in
der Vergangenheit wird der Franc-CFA auch nach Einführung des Euro weiter
von der Banque de France gestützt. Das macht ihn zu einer vergleichsweise
stabilen Währung. Gleichwohl bestehen innerhalb der CFA-Länder
Bestrebungen, sich von der Abhängigkeit von Frankreich zu lösen. Der
Franc-CFA ist in 13 weiteren Ländern Afrikas Zahlungsmittel, darunter in
den Nachbarländern Mali und Guinea-Bissau. Zu beachten ist, dass der
Franc-CFA außerhalb Afrikas nur in Frankreich zurückgetauscht werden kann,
und dann auch nur mit erheblichen Wechselverlusten. Für 1 Euro erhält man
rund 665 CFA. Es gibt Scheine zu 500, 1000, 5000 und 10.000 CFA; Münzen
zirkulieren im Wert von 10, 25, 50, 100und, sehr selten, 250 CFA.
Vorsicht: Seit 2003 sind vermehrt falsche 5000er-Scheine ohne
Sicherheitsstreifen in Umlauf.
Kleidung
Neben
leichter sommerlicher Bekleidung, vorzugsweise aus Baumwolle oder Leinen,
sollten auch wärmere Sachen für kühle Abende eingepackt werden. Besonders
im Norden Senegalsund am Cap Vert kann es in der Nacht empfindlich kühl
werden. Nicht geeignet ist dunkle oder schwarze Kleidung, weil diese in
der Dämmerung zusätzlich Moskitos anlockt. Kopfbedeckung nicht vergessen.
Bei Ausflügen in den Busch sind wegen der meist dornigen Vegetation feste,
geschlossene Schuhe von Vorteil. Auch in Senegambia gilt: Kleider machen
Leute. Selbst wenig begüterte Afrikaner legen Wert auf ordentliche
Kleidung.
Fliegende Händler
Sie
gehören zu den sieben Plagen Afrikas: Fliegende Händler tauchen an den
unmöglichsten Orten auf, behängt mit Sonnenbrillen, Klobürsten, falschen
Rolex-Uhren, chinesischen Radioweckern und anderem Tinnef, den man
garantiert nicht braucht. Meist reicht eine kurze Handbewegung oder ein
deutliches „No merci“, um sich endlosen Verkaufsgesprächen zu entziehen.
Frauen allein
Allein
reisende schwarze Frauen jeden Alters sind in Senegambia etwas völlig
Normales. Das ist mit ein Grund, warum auch weiße Frauen auf Reise kaum
belästigt werden. Was nicht heißen soll, dass schwarze Männer nicht ihr
Glück bei einer weißen Frau suchen. Im Gegenteil: Frau sollte sich nicht
wundern, wenn wildfremde Männer ebenso charmant wie ungeniert nach dem
Familienstandfragen. Oder gleich mit eindeutigen Avancen kommen. Denn die
mögliche Bekanntschaft mit einer weißen Frau bedeutet weit mehr als nur
die Aussicht auf ein sexuelles Abenteuer. Es ist die Hoffnung auf eine
Einladung nach Europa, das heiß ersehnte Visum, kurzum: das vermeintliche
Ende aller irdischen Sorgen. Die Botschaften in Dakar und Banjul können
ein Lied davon singen, wenn schwarz-weiße Paare kurz entschlossen vor den
Standesbeamten treten wollen.
Sicherheit und Kriminalität
Senegal
gilt als sicheres Reiseland, sieht man einmal von der Casamance ab, wo die
Unabhängigkeitsbewegung M.F.D.C. immer wieder mit Überfällen und
bewaffneten Attacken von sich reden macht. Doch die Rebellen haben bislang
davor zurückgeschreckt, ausländische Touristen ins Visier zu nehmen, denn
das würde Frankreich auf den Plan rufen, das nicht nur in der Casamance
mit Truppen präsent ist.
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